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Kassen fordern Honorarkürzung bei niedergelassenen Ärzten
Mit Spitzenverband-Vorstandsgehalt zwei Arztpraxen
betreiben
München, 01.06.2010 – Alle Jahre wieder stehen die niedergelassenen Ärzte wegen
ihres Honorars am Pranger – jetzt ist es der Spitzenverband der Gesetzlichen
Krankenkassen, der bei den Ärzten, aber nicht bei sich selbst, Sparpotenzial
ausmacht: „Dabei könnte man vom Vorstandsgehalt der Vorsitzenden Dr. Doris
Pfeiffer fast zwei konservativ tätige Facharztpraxen nebst Helferinnen unterhalten“, so
Dr. Thomas Scharmann, Bundesvorsitzender des Deutschen Facharztverbandes
(DFV). Pfeiffer verdiente in 2009 laut dpa 226.500 Euro (zitiert nach:
sind es leid, stets als Sparsteinbruch zitiert zu werden. Wir haben dieses Ping-Pong-
Spiel gründlich satt. Stattdessen sollten die Kassen z.B. ernsthaft die Verlagerung
stationärer Leistungen in die ambulante Facharztpraxis angehen“, so Scharmann.
Die in der Öffentlichkeit kursierenden Zahlen beziehen sich meist auf die Umsätze vor
Steuern, die in einer niedergelassenen Facharztpraxis aus vertragsärztlicher Tätigkeit erzielt
werden. Davon sind abzuziehen: Praxismiete, Arzthelferinnengehälter, Investitionen,
Rücklagen etc. Erst was übrig bleibt bildet das Bruttoeinkommen. Kurz: Die Kassenärztliche
Bundesvereinigung hat ein durchschnittliches Netto-Monatseinkommen von rund 2.300 Euro
errechnet – davon muss noch die Altersvorsorge und Krankenversicherung abgezogen
werden. Das ist das, was vom Umsatzdurchschnitt in Höhe von 173.000 Euro übrigbleibt
(www.kbv.de, unter Service/Honorar). „Das Durchschnittseinkommen des
Versorgerfacharztes ist schlicht mau! Es ist nach allen betriebsbedingten Abzügen so wenig
attraktiv, dass junge Menschen sich immer seltener für ein Medizinstudium oder gar für eine
Niederlassung entscheiden“, kommentiert Scharmann. Um die Finanzsituation zu
verbessern, erwarten die niedergelassenen Fachärzte, dass die Kassen endlich konsequent
die Leistungsverlagerung aus dem teuren Krankenhaus in die günstiger arbeitende
ambulante Facharztebene anpacken – bei mindestens gleicher Qualität.
Macht der Spitzenverband weiter so wenig hilfreiche Vorschläge, stellt er sich selbst in
Frage: Außer Spesen ist bisher nicht viel gewesen, denn mit dem Spitzenverband wurden
die bisherigen Einzelverbände der Kassen keineswegs abgeschafft, aber die Gehälter seien
reihum kräftig erhöht worden: „Es gibt eine doppelte Bürokratie der gesetzlichen
Krankenversicherung: Hier der Spitzenverband, da der Luxus der alten Einzelverbände. Das
vernichtet Versichertenbeiträge. Das Geld fehlt dann zur Gesundheitsversorgung bei
unseren Patienten“, stellt Augenarzt Scharmann fest.
Deutscher Facharztverband (DFV)
www.deutscher-facharztverband.de
www.deutscher-facharztverband.de
Der Deutsche Facharztverband (DFV) setzt sich für den Erhalt der Gesundheitsversorgung durch die
ambulante Facharztmedizin in den Facharztpraxen ein. Rund 60.000 niedergelassene Fachärzte
stellen zusammen mit ihren rund 180.000 Arzthelferinnen die fachärztliche Grund- und
Spezialversorgung sicher (Wirtschafts- und Arbeitsplatzfaktor). Auf 1.000 Einwohner kommen in
Deutschland 0,9 Fachärzte an Kliniken und 0,7 in der Facharztpraxis. Mit zusammen 1,6 Fachärzten
auf 1.000 Einwohner liegt Deutschland sogar nur im unteren europäischen Mittelfeld. Von einer
doppelten Versorgung kann keine Rede sein.
Abdruck honorarfrei – Belegexemplar erbeten
Verantwortlich: Dr. med. Thomas Scharmann – Vorsitzender GFB Bayern – Steinstraße 85
– 81667 München Redaktion: JSpress – Tel.: 0241/559 68 18 -4, Fax: 0241/559 68 18-5,
Mobil: 0170/2900 88 3
Mit Spitzenverband-Vorstandsgehalt zwei Arztpraxen betreiben München, 01.06.2010 – Alle Jahre wieder stehen die niedergelassenen Ärzte wegenihres Honorars am Pranger – jetzt ist es der Spitzenverband der GesetzlichenKrankenkassen, der bei den Ärzten, aber nicht bei sich selbst, Sparpotenzialausmacht: „Dabei könnte man vom Vorstandsgehalt der Vorsitzenden Dr. DorisPfeiffer fast zwei konservativ tätige Facharztpraxen nebst Helferinnen unterhalten“, so Dr. Thomas Scharmann
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