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Koalitionsvereinbarung zum Thema Gesundheit

Bekenntnis zum niedergelassenen Facharzt
München, 27. Oktober 2009 – Die niedergelassenen Fachärzte begrüßen die Abkehr vom Staatsdirigismus in der Gesundheitspolitik. „Statt des Staates werden die niedergelassenen Ärzte gestärkt. Einbindung statt Ausgrenzung: Wir erwarten als niedergelassene Fachärzte jetzt wieder in die Mitgestaltung des  Gesundheitssystems eingebunden zu werden“, erklärt Dr. Thomas Scharmann, Bundesvorsitzender des Deutschen Facharztverbandes (DFV) in einer ersten Stellungnahme zu den Koalitionsvereinbarungen zur Gesundheit.

Zentral für die niedergelassenen Fachärzte in Deutschland ist das Bekenntnis der schwarz-gelben Regierungskoalition zu Freiberuflichkeit und freier Arztwahl: „Dem Bekenntnis zu Freiberufslichkeit und freier Arztwahl stehen die bindenden Hausarztverträge nach § 73b gegenüber, die die Freiheiten von Arzt und Patient massiv einschränken. Und sie entziehen dem System sehr viel Geld. Wir fordern die Reform des Reformparagraphen 73b“, erläutert Scharmann. Hier muss die Politik aufpassen, sonst wird der ambulante Facharzt doch noch abgewickelt .

Begrüßt wird auch der Umgang mit den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ), die überwiegend in ärztlichem Besitz sein müssen. „Das ist ein schwerer Schlag gegen Krankenhaus-MVZs und Kapital-MVZs. Diese wären nur noch in unterversorgten ländlichen Gegenden zulässig. Da sind sie aber eher nicht zu erwarten“, so Scharmann.

Auch auf die Überprüfung des Honorarsystem setzen die niedergelassenen Fachärzte Hoffnungen: „Die Regelleistungsvolumen der Großen Koalition gefährden akut die Basisversorgung. Eine Abkehr davon ist zwingend nötig. Ziel muss eine betriebswirtschaftlich kalkulierte, transparente Eurogebührenordnung sein, die die unstrittige Unterfinanzierung in der Honorierung der ambulanten Fachärzteschaft endlich beendet“,  erklärte Scharmann.

Über den Gesundheitsfonds wurde die Gnadenfrist verhängt – bessere wäre es, ihn gleich ganz abzuschaffen: Doch die Perspektive dazu steht: „Wenn das gesamte Gesundheitssystem umgekrempelt wird, dann wird der neuen Koalition aus CDU/CSU und FDP dazu sicherlich etwas besseres einfallen, als dieses bürokratische Ungetüm. Die Kassen sollten auch hier wieder handlungsfähig gemacht werden“, so Scharmann.

Die Politik scheint die Risiken einer zersplitterten Verhandlungslandschaft aus vielen medizinischen Fachgruppen und Krankenkassen jetzt endlich wahrzunehmen. „Wir Ärzte müssten vor allem fürchten, dass der Fusionsprozess der Kassen sich so entwickelt, dass unsere inhomogene Fachärztelandschaft dann nur noch wenigen Großkassen gegenübersteht“, so Scharmann. Grundsätzlich, so der DFV Chef, sei es durchaus vorstellbar, dass fachärztliche Berufsgruppen mit den Kassen in Verhandlung treten, dabei aber auf reformierte Kassenärztliche Vereinigungen als Dienstleister zurückgreifen

Unverändert bleibt die Forderung der Fachärzte nach einem § 73e „Facharztbasierte Versorgung“  im Sozialgesetzbuch V bestehen, der aus Sicht des DFV bei einer immer komplexeren   Medizin stetig wichtiger wird.


Der Deutsche Facharztverband (DFV)
Der DFV ist der fachübergreifende Mitgliederverband der niedergelassenen Fachärzte. In Deutschland gibt es rund 60.000 Fachärzte, die in 40.000 Praxen rund 180.000 Arzthelferinnen beschäftigen. Er setzt sich für den Erhalt der wohnortnahen Gesundheitsversorgung durch die Facharztpraxis ein.


Abdruck frei Belegexemplar erbeten

Verantwortlich: Dr. Thomas Scharmann, Bundesvorsitzender DFV – Steinstraße 85 – 81667 München Redaktion: Jspress - Joachim Stier – T: 0241/559 68 18-4 + F: 0241/559 68 18 -5 + M: 0170/2900 88 3 + E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

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