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Herzblut an der richtigen Stelle
Quote für den Landarzt
München, 07.04.2010 – Mehr Fachärztinnen und Fachärzte an der richtigen Stelle, das ist ein Ansatz von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler, FDP, den der Deutsche Facharztverband (DFV) begrüßt. Der DFV plädiert dabei für eine Akzentverschiebung: „Es muss keine Quote sein, sondern es müssen sich die Bedingungen verbessern, auf dem Land als Facharzt tätig zu sein“, so Dr. Thomas Scharmann, Bundesvorsitzender des DFV. Aus Sicht des DFV ist die medizinische Versorgungsproblematik auf dem Land vor allem eines der Fach- und weniger der Hausärzte. Denn gerade die Eigenschaft des Großteils der Fachärzte als Versorgerfachärzte, und eben nicht in der Nische der Hochspezialisierung, tätig zu sein, ist auf dem Land gefragt...
Auf dem Land ist der Einzugsradius von Patienten noch größer. Zum Beispiel: Viele Patientinnen mit gynäkologischen Erkrankungen benötigen den Frauenarzt, sie verteilen sich aber auf eine große Fläche – dies bedeutet, die Anfahrwege werden sehr lang.

„Die fachärztliche Tätigkeit auf dem Land muss sich wieder lohnen. Dort leben in vielen Regionen vor allem viele ältere, pflegebedürftige und multimorbide Patienten, die wohlgemerkt auch und gerade von niedergelassenen Fachärzten – Stichwort chronische Wunde – aufwändig in Hausbesuchen betreut werden müssen. Das geht über die heutige Honorarsystematik nicht. Sie bestraft im Gegenteil das zeitintensive Betreuen einer hohen Patientenzahl. Daher fordern wir Fachärzte eine Finanzierung, die auf die speziellen Erfordernisse des ländlichen Raumes eingeht“, so Scharmann. Der Landfacharzt muss z.B. seine hohe Mobilität bezahlt bekommen. Dies bildet sich in der gegenwärtigen Systematik nicht ab, in der die Grundversorgung stark gefährdet erscheint. Nach Meinung des DFV wird man mit flexiblen Modellen, z.B. „Flying-doctor“-Systemen, bei denen die Fachärzte tageweise in die Region kommen, auf die demografische Entwicklung reagieren. 

Wichtig ebenfalls – und daran wird in der gegenwärtigen Situation zu wenig gedacht: Mit der Abwanderung junger, arbeitssuchender Menschen erodiert die soziale Infrastruktur auf dem Land. „Weniger Kindergärten, Schulen, Schwimmbäder und Schulbusse erschweren auch Arztfamilien eine vernünftige, lebensnahe  Vereinbarung von Beruf und Familie“, gibt Scharmann zu bedenken.

Abdruck honorarfrei – Belegexemplar erbeten

Verantwortlich: Dr. med. Thomas Scharmann – Vorsitzender GFB Bayern – Steinstraße 85 – 81667 München Redaktion: JSpress – Tel.: 0241/559 68 18 -4, Fax: 0241/559 68 18-5, Mobil: 0170/2900 88 3

 

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