
| Bundesärztekammer fordert Hausarztquote zulasten der Fachärzte |
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Fachärzte fordern Neutralität von der Bundesärztekammer ein. München, 02.05.2010 – Die niedergelassenen Fachärzte fordern von der Bundesärztekammer Neutralität und eine Neubewertung der jüngsten Äußerungen: „Die Bundesärztekammer fordert eine Quote für Hausärzte auf Kosten des niedergelassenen Facharztbestandes“, kritisiert Dr. Thomas Scharmann, Bundesvorsitzender des Deutschen Facharztverbandes (DFV), die jüngsten Äußerungen von Kammerpräsident Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe. Dieser tritt für eine Hausarzt-Facharztquote von 60:40 ein. „Die Bundesärztekammer ruft damit zu einem Facharztsterben auf. Das geht an der Versorgungsrealität in Deutschland völlig vorbei“, so Scharmann. Die niedergelassenen Fachärzte sind sowohl Hochspezialisierte- wie Versorgerfachärzte, die hohe Patientenzahlen qualitativ hochwertig diagnostisch und therapeutisch versorgen...
Entscheidend ist, dass in den letzten 20 Jahren eine immense Verlagerung von moderner Diagnostik und Therapie vom stationären in den ambulanten Sektor stattgefunden hat. Das war und ist gut für unsere Patienten – und auch gut für die Finanzen der gesetzlichen Kassen. „Ambulant ist immer günstiger als stationär“, so der Vorsitzende des Facharztverbandes, aber: „Diese Verlagerungseffekte benötigten naturgemäß ein Mehr an ambulanten Fachärzten, ein Fakt der immer gerne und geflissentlich übersehen wird.“ Auf die Kliniken zu bauen, ist aus Sicht des DFV ebenfalls kein Ausweg: „Die Verlagerung der ambulanten fachärztlichen Tätigkeit zurück in die Kliniken würde das Gesundheitssystem teuer zu stehen kommen“, so Scharmann. Beispiel ambulantes Operieren: 300 Millionen könnten eingespart werden, wenn konsequent in den vielfach bereits QM-zertifizierten Facharztpraxis ambulant operiert würde anstatt in der Klinik. Wie wichtig die Fachärzte auch für die Hausärzte sind, belegt der bayerische Hausarztvertrag mit der AOK. Dieser Vertrag, in den sich Versicherte einschreiben können, die Kassen einen solchen aber abschließen müssen, garantiert den Hausärzten eine hohe Honorarpauschale. Gleichzeitig stieg aber auch die Überweiserquote in die Facharztpraxen in Bayern um einen hohen Prozentsatz. „Niedergelassene Fachärzte sind der natürliche Partner der Hausärzte. Krankheitsbilder werden heute komplex fachübergreifend behandelt. Hier ist der Hausarzt auf ein funktionierendes Netz aus niedergelassenen Fachärzten angewiesen, denn viele Krankheitsbilder werden in Diagnostik und Therapie gar nicht mehr stationär versorgt“, erläutert Scharmann. Der DFV sieht auch keine Verfügungsmasse für sinkende Facharztzahlen: „Der behauptete Anstieg der Fachärzte in den letzten Jahren geht auf die Psychotherapeuten zurück, die den 'klassischen' Facharztdisziplinen zugerechnet wurden. Die Zahlen der klassischen Fachärzte stagnieren oder sinken sogar“, berichtet der DFV-Vorsitzende. „Die Bundesärztekammer – die auch die niedergelassenen Fachärzte vertreten sollte – ist auch aufgrund von Fakten, die zugunsten der niedergelassene Fachärzte sprechen, aufgefordert, Neutralität zu wahren und eine Neubewertung ihrer Aussagen zu überlegen“, fordert DFV-Chef Scharmann. Enttäuscht zeigen sich die niedergelassenen Fachärzte auch von der CDU, deren Gesundheitspolitischer Sprecher, Jens Spahn, den BÄK-Vorstoß unterstützt: „Teile der CDU geben sich in Sachen Patientenversorgung leider wenig sachorientiert. Manchmal fühlt man sich an die einseitige Politik der ehemaligen SPD-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt erinnert“, fasst Scharmann die Kritik zusammen. Abdruck honorarfrei – Belegexemplar erbeten Verantwortlich: Dr. med. Thomas Scharmann – Vorsitzender GFB Bayern – Steinstraße 85 – 81667 München Redaktion: JSpress – Tel.: 0241/559 68 18 -4, Fax: 0241/559 68 18-5, Mobil: 0170/2900 88 3
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