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Fachärzte kritisieren geplante Sonderbehandlung der Hausärzte im KV System!
Demokratisches Recht nicht einer Klientelpolitik opfern
München, 09.05.2010 – Auf Ablehnung stößt die mögliche Neustrukturierung der Vertreterversammlungen der regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen. Die Vertreterversammlungen sind die Parlamente der Vertragsärzte. Zur  Positionssicherung der Hausärzte  sollen die KVen strukturell umgebaut werden. Dieser Notwendigkeit widerspricht der Deutsche Facharztverband (DFV) mit Fakten...
11 von 17 Kassenärztlichen Vereinigungen sind von Hausärzten geführt: „Es gibt keinen Grund, die hausärztlichen Kollegen unter Artenschutz zu stellen“, kritisiert Dr. Thomas Scharmann, DFV-Bundesvorsitzender: „Die Wahlen bieten Fach- und Hausärzten gleichermaßen Chancen, sich Mehrheiten zu erkämpfen. Ein Aufschub der Wahlen, um eine demokratische Unwucht zu installieren, widerspricht demokratischen Gepflogenheiten.“ 

Die Hausärzte haben mit den AOK-Hausarztverträgen bereits den entscheidenden Schritt aus dem KV-System getan. Ein Quorum für Hausärzte zementiert den Einfluss der Hausärzte in der Körperschaft, gleichzeitig verhandelt der Hausarztverband an den Kassenärztlichen Vereinigungen vorbei die Hausarztverträge. Zudem streben die Hausärzte einen eigenen Körperschaftsstatus an, den im Moment nur die KVen haben. Damit wäre die Abkehr endgültig besiegelt: „Die Politik darf sich nicht ans Gängelband der Hausärzte legen lassen“, so Scharmann: „Wir erwarten von den Hausärzten ein klares Bekenntnis zum System der Kassenärztlichen Vereinigung und eine Abkehr von ihrem aggressiven Selektivvertragssystems.“ Andernfalls streben die niedergelassenen Fachärzte ebenfalls den Körperschaftsstatus an: „Der verbindliche Abschluss von Verträgen nach 73c SGB V (Besondere ambulante Versorgung; Sozialgesetzbuch V) ist dann ebenfalls Pflicht“, stellt Scharmann in Aussicht. 

www.deutscher-facharztverband.de
Der Deutsche Facharztverband (DFV) setzt sich für die Interessen der niedergelassenen Fachärzte ein. Sein Ziel: Erhalt der wohnortnahen ambulanten Facharztpraxis. Rund 60.000 niedergelassene Fachärzte stellen zusammen mit ihren rund 180.000 Arzthelferinnen die fachärztliche Grund- und Spezialversorgung sicher (Wirtschafts- und Arbeitsplatzfaktor). Auf 1.000 Einwohner kommen in Deutschland 0,9 Fachärzte an Kliniken und 0,7 in der Facharztpraxis. Mit 1,6 Fachärzten auf 1.000 Einwohner liegt Deutschland sogar nur im unteren europäischen Mittelfeld. Von einer doppelten Versorgung kann keine Rede sein.

Abdruck honorarfrei – Belegexemplar erbeten

Verantwortlich: Dr. med. Thomas Scharmann – Vorsitzender GFB Bayern – Steinstraße 85 – 81667 München Redaktion: JSpress – Tel.: 0241/559 68 18 -4, Fax: 0241/559 68 18-5, Mobil: 0170/2900 88 3

 

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